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Exklusivgespräch mit Jochem Heizmann, Präsident und CEO der Volkswagen Group China
  2018-07-09 14:22:55  cri

 

Der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel trafen sich Ende Mai im Vorfeld der fünften Runde der chinesisch-deutschen Regierungskonsultationen im Juli in Beijing zu Gesprächen. Die beiden Regierungschefs appellierten dabei für Multilateralismus und freien Handel. Dies ist auch der Tenor der fünften Runde der chinesisch-deutschen Regierungskonsultationen. Li Keqiang zufolge hat China die Beschränkungen für Joint-Ventures für mit neuen Energien angetriebene Fahrzeuge bereits gelockert. Heizmann erklärt dazu, die Marktöffnung und freier Handel seien für den Erfolg von VW in China von grundlegender Bedeutung.

„Zunächst mal kann ich nur sagen, dass wir jede Art der Öffnung und Liberalisierung, auch Förderung des Wettbewerbs in China generell und natürlich bezogen auf unsere Branche – die Automobilindustrie – sehr begrüßen. Das ist auch ganz sicher hilfreich, weiter für die Zukunft hier eine sichere Basis zu haben und auch langfristig weiter zu investieren. Erst mal begrüßen wir Wettbewerb, dass Wettbewerb möglich ist für alle Beteiligten zu gleichen, fairen Bedingungen, ist extrem wichtig, um Innovation zu fördern, um auch Kosten-Fortschritte zu fördern. Insofern kann ich nur sagen, das ist die einzig richtige politische Richtung."

In diesem Jahr wird in China das 40-jährige Jubiläum der Einführung der Reform- und Öffnungspolitik gefeiert. Nach dem Markteintritt 1983 rollte noch im gleichen Jahr der erste VW in China vom Fließband. Inzwischen hat die Volksrepublik die USA und Deutschland überholt und sich zum größten Markt für deutsche Autobauer entwickelt. Statistiken vom vergangenen Jahr zufolge werden 40 Prozent aller Fahrzeuge von VW in China hergestellt. Für Heizmann hat der Volkswagen Konzern deutlich von der Öffnungspolitik Chinas profitiert.

„Wir haben natürlich von der Öffnungspolitik grundsätzlich, die vor vielleicht 40 Jahren hier in China begonnen hat, sehr gut profitiert. Anders hätten wir uns nicht hier in China engagieren können, hätten wir nicht mit unseren Partnern zusammen eine lokale Produktion aufbauen können. Wir sind heute mit rund 30 Fabriken an rund 20 Standorten tätig. Wir bauen unsere Ressourcen nicht nur in den Kapazitäten der Fabriken, sondern besonders auch in der Entwicklung hier mit unseren Partnern aus. Wir haben im vergangen Jahr über vier Millionen Fahrzeuge hier in China verkauft. Und natürlich ist gerade die Zufriedenheit unserer Kunden und die Loyalität unserer Kunden mit uns das höchste Ziel."

Beijing und Berlin bemühen sich derzeit darum, die Zukunftsstrategien beider Länder miteinander zu verbinden. Dabei sind mit neuen Energien angetriebene Fahrzeuge und autonomes Fahren wichtige Bereiche. Diese sind auch ein wichtiges Diskussionsthema der chinesisch-deutschen Regierungskonsultationen in Berlin. Heizmann sagt, entsprechend der Entwicklungsstrategien beider Länder habe VW im vergangenen Jahr ein drittes Joint-Venture mit dem chinesischen Autohersteller JAC gegründet, das sich auf reine Batterie-Fahrzeuge spezialisiere.

„Darüber sprechen wir intensiv, auch bezogen auf die neuen Herausforderungen in der Automobilindustrie, die sich aus dem Transformationsprozess ergeben, aus den Themen der New-Energie-Vehicles, der Elektromobilität, aus den Themen der Konnektivität, des autonomen Fahrens, auch aus der Zunahme an Shared Mobility – ob das jetzt Car-Sharing oder Ride-Tailing oder diese Dinge sind. Wir bereiten uns darauf vor, im Jahr 2025 über 1,5 Millionen Fahrzeuge – elektroangetriebene Fahrzeuge hier in China, vorwiegend reine Batterie-Fahrzeuge – an unsere Kunden ausliefern zu können, zusammen mit unseren drei Joint-Venture-Partnern. Wir bereiten uns darauf vor, auch entsprechend hier den Fortschritt mit zu beeinflussen und auch unseren Kunden attraktive Angebote zu machen, in dem Thema Fahrer-Assistenz-Systeme, die in Schritten sich hin entwickeln zu immer mehr teil-autonomem, autonomem Fahren."

VW setze die Priorität, sich in dem Transformationsprozess zu einem Anbieter nachhaltiger, menschenorientierter Mobilitätsdienstleistung zu entwickeln, so der Präsident und CEO der Volkswagen Group China weiter. Das Unternehmen sei bereit, in den Bereichen Konnektivität und mit neuen Energien betriebene Fahrzeuge, insbesondere Elektromobilität, weitere Beiträge für die Entwicklung der chinesischen Automobilindustrie zu leisten.

Text und Interview von Yan Wei
Gesprochen von Yu Yue

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